DIE GESCHICHTE DER CHINESISCHEN MEDIZIN

Die Geschichte der chinesischen Medizin

Die historischen Anfänge der Akupunktur sind nicht genauestens bekannt. Ca. 3.500 vor Chr. wurden in China spitze Steine und Steinsplitter bei Ausgrabungen gefunden, die wohl schon zu Heilzwecken genutzt wurden. Später wurde das Akupunkturwerkzeug, bis zu den heute verwendeten Stahl- Goldnadeln verfeinert.

Der legendäre "Gelbe Kaiser Huang Ti", der ca. 2.600 vor Chr. lebte, verfasste das Standardwerk Nei Jing, indem das Akupunkturwissen der damaligen Zeit zusammengefasst wurde. Es beruht auf den Dialogen des Gelben Kaisers und seinem Arzt Chi Po, und wird auch heute noch als Lehrbuch der chinesischen Medizin eingesetzt. Durch den in der Han- Dynastie (206 vor Chr. bis 220 nach Chr.) lebenden Historiker Si Ma Jian wurde die Akupunktur erstmals in seinen historischen Berichten erwähnt.

Im 17. Jahrhundert kam dann die Akupunktur durch französische Missionare und Kaufleute nach Europa. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Akupunkturlehre durch französischsprachige Literatur geprägt. Nach den 70ziger Jahren boomte die Akupuntur in den USA, dann in Europa und Deutschland.

Die traditionelle chinesische Medizin hat ihre Wurzeln in den großen philosophischen Richtungen des Daoismus und Konfuzianismus, zwei auf Harmonie ausgerichtete Schulen. Konfuzius (chinesischer Philosoph 551-479 v.Chr.) strebt nach moralisch korrektem Leben, die Taoisten suchen eine harmonische Beziehung zwischen Mensch und Natur. Später erst wurden diese Ideen auf die Medizin übertragen und durch den Buddhismus unterstützt.

Akupunktur ist ein aus China stammendes altes Heilverfahren. Man geht davon aus, das durch Einstechen von Gold, Silber oder Stahlnadeln in den bestimmte Körperpunkte, Beschwerden gelindert werden. Die traditionelle Akupunktur lehrt uns, den Mensch und seinen Körper als Einheit zu sehen und das Zustandekommen von Krankheit zu erkennen und das evtl. verlorene Gleichgewicht wieder herzustellen.

Die fernöstliche Heilkunde geht davon aus, das die Lebenskraft, die so genannte Qi-Energie bei Störungen nicht harmonisch in unserem Körper fließt und so können Disharmonien oder Krankheiten entstehen, das wir durch ein Symptom (Begleit-erscheinung) feststellen. Die traditionelle chinesische Medizin versteht den Körper als ein zusammenhängendes System, in dem alle Körperteile, Organe und Organsysteme durch Energiebahnen miteinander verbunden sind. In 14 Leitbahnen fließt die Lebensenergie "Qi", die durch das Nadeln an mehr als 360 empierisch festgelegten Punkten im Körper beeinflusst werden kann. Diese Energie kann in Yin und Yang unterteilt werden.

Bild von Yin und Yang

Das tradtionelle Yin- Yang oder Tai Chi- Symbol veranschaulicht das Verhältnis auf folgende Weise.
Der Kreis symbolisiert das Ganze, geteilt durch die geschwungene Linie entstehen zwei Hälften, die schwarze Hälfte des Yin und die weiße Hälfte das Yang. Der jeweils schwarze Kreis in Yang und der weiße Kreis im Yin, symbolisieren das innerhalb des Yin auch Yang, bzw. innerhalb den Yang auch Yin enthalten ist. Die geschwungene Linie deutet kein starres Verhältnis an sondern ein dynamischen Zusammenspiel beider Pole.

Yin und Yang represäntieren gegensätzliche, als auch ergänzende Eigenschaften. Durch Beschwerden, Krankheiten aber auch Umwelteinflüsse, unsere Nahrung und alle Aktivitäten des Menschens kann es zum Ungleichgewicht von Yin und Yang kommen. Ziel der traditionellen chinesischen Medizin ist der Ausgleich dieser beiden Pole.

Yin: Yang:
Weiblich
Erde
Kälte
unten
passiv
Chronische Krankheit
Männlich
Himmel
Wärme
oben
aktiv
akute Krankheit

Eine Erstuntersuchung (Anamnese) in der Traditionellen chinesischen Medizin

Mit einer aufwändigen Untersuchung versucht man, den Zustand der Energien zu beurteilen und die Ursache für die Beschwerden festzustellen.
Der Patient wird beim Erstgespräch nach seinen Beschwerden gefragt und wie der Schmerz ausgelöst worden ist. Die Anamnese erfolgt mit weiteren Befragungen über den Schlaf, die Beschaffenheit des Urins und Stuhls, nach dem Appetit und den Durstverhältnissen sowie über Kinderkrankheiten. Des weiteren betrachtet der Therapeut die Gesichtsfarbe und die Körperhaltung, bei Frauen wird nach Geburten und der Menstruation gefragt. Diese umfangreichen Informationen sind wichtig zum Erstellen eines Behandlungskonzeptes.

Im Anschluss an die Befragung wird der Patient gebeten, die Zunge zu zeigen. Diese wird nach Form, Farbe, Beschaffenheit und Belag beurteilt. Sie gibt Auskünfte über krankhaft veränderte Zustände im Körper. Jede Zunge sieht anders aus, doch es gibt eine Reihe von Abnormitäten, die auf Disharmonien im Körper hinweisen können.

Anschließend fühlt der Therapeut mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger an beiden Handgelenken den Puls. Es sind bis zu 28 Pulsarten zu tasten und er zeigt Fülle- oder Leerezustände im Körper an, ob sich die Erkrankung an der Oberfläche oder im Inneren des Körpers abspielt. Es ist auf Tiefe, Stärke und Frequenz des Pulses zu achten.

Im Anschluss findet die eigentliche Akupunkturbehandlung statt. Der Körper wird an bestimmten Punkten mit feinen Nadeln gereizt. Eventuell ist eine Moxabehandlung oder Kräuterverordnung notwendig und Bestandteil einer Akupunktursitzung.

5 Elemente oder Wandlungsphasen

Zusammen mit der Yin- Yang- Theorie ist die 5 Elementenlehre der Grundbaustein der traditionellen chinesischen Medizin (TCM)
Als 5 Elemente bezeichnet man das Element Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Jedes Element wird mit einer Jahreszeit, einem Körper- und Sinnesorgan, einer Farbe, einer Emotion und einer Geschmacksrichtung verknüpft.

Die 5 Elemente oder Wandlungsphasen sind durch unterschiedliche Zyklen miteinander verbunden. Der äußere Verbindungskreis beschreibt den Ernährungszyklus,das heißt, ein Element versorgt oder ernährt das Nächste. Vergleichbar ist dies mit einer Mutter und ihrem Kind, d.h. die Mutter ernährt oder versorgt ihr Kind. So ernährt jedes Element das Nächste, Holz ernährt Feuer, Feuer ernährt Erde, Erde ernährt Metall, Metall ernährt Wasser und Wasser ernährt Holz. Somit ist der Kreis wieder geschlossen.

Der innere Verbindungskreis zeigt den Kontrollzyklus. In diesem Zyklus kontrolliert jedes Element ein anderes und wird von einem weiteren selbst kontrolliert.

Element Holz

Das Element Holz wird mit dem Frühling, der Bewegung und dem Wachstum assoziiert. Ein typisches Beispiel ist der Frühling, wo die Pflanzen neue Triebe bekommen und die Natur zu neuem Leben erwacht. Die entsprechende Farbe des Holzelementes ist grün und die Emotion ist der Zorn. Der saure Geschmack zählt zum Holz und die Organe Leber und Gallenblase, die Augen, Sehnen und Nägel werden diesem Element zugeordnet. Das Klima Wind gehört zum Holzelement.

Wie schwächen wir unser Holzelement?

Wie stärken wir unser Holzelement?

Störungen im Holzelement zeigen sich in:

Element Feuer

Das Element Feuer wird dem Sommer, der Hitze und der Farbe Rot zugeordnet. Im Sommer durchdringt Feuer die Dunkelheit und den Schatten und wirkt aufmunternd und erhellend. Der Mensch ist voller neuer Energie. Die entsprechende Emotion ist die Freude. Das Herz, der Dünndarm, der Kreislauf und der dreifache Erwärmer werden dem Feuerelement zugeordnet. Der Geschmack des Feuers ist bitter und das Klima ist die Hitze.

Wie schwächen wir unser Feuerelement?

Wie stärken wir unser Feuerelement?


Störungen im Feuerelement zeigen sich in:

Element Erde

Das Element Erde wird dem Spätsommer (der Ernte) zugeordnet und verkörpert das Wachstum und die Fruchtbarkeit. Die Erde ist das Zentrum, die Organe Magen und Milz stehen im Mittelpunkt unseres Körpers. Die entsprechende Emotion ist die Sorge und die Farbe des Elementes ist Gelb/Orange. Der süße Geschmack, die Lippen und die Feuchtigkeit werden mit dem Erdelement assoziiert. Das Klima ist die Feuchtigkeit.

Wie schwächen wir unser Erdelement?

Wie stärken wir unser Erdelement?

Störungen im Erdlelement zeigen sich in:

Element Metall

Dem Element Metall dazugehörige Jahreszeit ist der Herbst. Das Fallenlassen der Blätter eines Baumes assoziiert das Loslassen von Dingen im Leben, die nicht mehr gebraucht werden. Unbrauchbares schafft Platz für Neues im Leben.
Die Emotion ist die Trauer und zum Metall zählt der scharfe Geschmack. Die Farbe Weiß, das Klima Trockenheit und die Organe Lunge und Dickdarm zählen zum Metallelement.

Wie schwächen wir unser Metallelement?

Wie stärken wir unser Metallelement?

Störungen im Metallelement zeigen sich in:

Element Wasser

Das Element Wasser wird der Jahreszeit Winter zugeordnet. Durch die frühe Dunkelheit ist es die Zeit des Rückzuges und der Ruhe. In dieser Ruhe liegt die Kraft des Menschens und seiner Organe.
Die Organe Niere und die Blase gehören zum Wasserelement und die Farbe Blau/Schwarz. Die Knochen, die Angst, die Ohren und der salzige Geschmack zählt zu diesem Element. Das Klima ist die Kälte.

Wie schwächen wir unser Wasserelement?

Wie stärken wir unser Wasserelement?

Störungen im Wasserelement zeigen sich in:

Qi

Der Begriff Qi lässt sich schwer in ein deutsches Wort übersetzen. Er stammt aus dem Daoismus. Qi wird verglichen mit den Worten Energie, Atem oder Kraft. In einem alten Text heißt es "Der Mensch lebt inmitten des Qi, Qi erfüllt den Menschen".
Die Stärke des Qi bestimmt unsere Vitalität. Das Qi bewegt das Blut, das Blut versorgt die Organe und diese produzieren das Qi.
Ursache für Schmerzen kann einer Störung im Qi-Fluss zugrunde liegen. Ein Qi-Stau oder eine Stagnation kann Stimmungsschwankungen erzeugen. Qi-Mangel im Körper kann Müdigkeit, Energielosigkeit und Appetitlosigkeit hervorrufen. Je nachdem welches Organ von einer Qi-Störung betroffen ist, stehen einzelne der genannten Symptome im Vordergrund.
Da sich das Qi normalerweise in jedem Organ in eine bestimmte Richtung bewegt, kann es auch dort zur Störung kommen und das Qi fließt gegen die übliche Richtung. Man nennt das rebellierendes oder gegenläufiges Qi, was zum Beispiel zu Schluckauf oder Erbrechen führen kann. Wenn es im Körper zu einer Erkrankung kommt, geht man davon aus, dass das Qi zu schwach ist, um den Krankheitserreger abzuwehren. Qi-Störungen oder rebellierendes Qi können mit Akupunktur behoben werden.

Äußere klimatische Einflüsse auf das Qi:

Innere emotionale Einflüsse auf das Qi:

Meridiane (Leitbahnen)

Meridiane werden als die Energiebahnen bezeichnet, in denen das Qi fließt. Störungen oder Stagnationen dieses Energieflusses können zu Krankheiten führen. Sie stehen mit bestimmten Organen in Verbindung. Die Akupunkturpunkte befinden sich in unterschiedlichen Abständen entlang dieser Leitbahnen. Die 12 Meridiane laufen symmetrisch auf beiden Seiten des Körpers. Die Blasenleitbahn weist zum Beispiel 67 Punkte auf, während die Lungenleitbahn aus nur 11 Punkten besteht.
Die Meridiane haben wieder eine Yin-Yang-Qualität. In den Yin-Meridianen fließt die Energie von unten nach oben und in den Yang-Meridianen von oben nach unten. Eine kleine Übersicht über die Meridiane und ihre Organzugehörigkeit:

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